Niggli Verlag für

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  Die Geschichte des Verlags      
 

 

Nach Stationen in Buchhandel und Verlagswesen – mit nur einem Monatslohn als Kapital, so berichten die Archive – gründete Arthur Niggli (1923–2000) im Jahre 1950 seinen eigenen Verlag im appenzellischen Teufen. Massgeblich für das Programm waren für ihn dabei die klassischen Disziplinen des Bauhauses. Er veröffent-lichte unter anderem die legendären typografischen Lehrbücher von Emil Ruder, Josef Müller-Brockmann und Armin Hofmann. Einige Titel erschienen bereits in bis zu zehn Auflagen, manche wurden sogar in sieben Sprachen übersetzt. Auch die weltweit bekannte Schriftenreihe Lettera und Programme entwerfen von Karl Gerstner, der im Übrigen das eigenwillige Niggli-Logo schuf, wurden zu Klassikern.
Auch im Kunstbuchbereich erwies sich der Verleger als Visionär und Pionier. So veröffentlichte er 1954 die erste deutschsprachige Monografie über Paul Klee. Das Architekturprogramm von Niggli wird durch Autoren wie Walter Gropius, Pier Luigi Nervi, Le Corbusier, Venturi Rauch und viele andere vertreten. In Zusammenarbeit mit dem FSAI, dem Verband freierwerbender Schweizer Architekten wurde 1971 die erste Ausgabe der archithese herausgegeben, die sich zur führenden Architekturzeitschrift der Schweiz entwickelte.

Arthur Niggli war mit seinen Publikationen der Zeit immer ein gutes Stück voraus. 1953 erfüllte er sich einen Jugendtraum und brachte das erste deutschsprachige Buch über Ikebana heraus – von Hiroshi Ohchi in «japanischem Englisch» geschrieben, vom Lektorat des Verlags ins Deutsche übersetzt und von einem Engländer, der die «japanische Englisch-Fassung» nicht verstehen konnte, vom Lektorats-Deutsch in gutes Englisch übertragen. 1958 kam DADA – Monographie einer Bewegung auf den Markt, ein Buch, für das Arthur Niggli selbst den Umschlag gestaltete. Später erschienen im Verlag Arthur Niggli Kunstbände von Richard Lindner und von Christo – die signierten, nummerierten Originalgrafiken der beiden Künstler in der «Luxusausgabe» waren 1970 die ersten, die in Europa hergestellt und verkauft wurden.

Bruno Waldburger übernahm 1988 Verlag und archithese von Arthur Niggli. Beide gingen 1992 in den Besitz von Viktor Heer, damals Inhaber der Heer Druck AG in Sulgen/Thurgau, über; Bruno Waldburger blieb Verlagsleiter. Nach seinem plötzlichen Tod folgte ihm 1995 der Kunsthistoriker Dr. J. Christoph Bürkle nach. In Zürich wurden zusätzliche Büros bezogen, die Programmausrichtung bekam mit den Bereichen Architektur, Typografie, Design ein deutlicheres Profil.



Der Bekanntheitsgrad des schon von Arthur Niggli bemerkenswert international ausgerichteten Programms mit oft zwei- oder dreisprachigen Ausgaben wächst seither durch neue Vertriebsstrukturen auch in den USA, Australien und Asien. Mittlerweile exportiert Niggli rund achtzig Prozent seiner Bücher ins Ausland. Von 2003 bis 2007 gehörte die Kulturzeitschrift du zum Haus, 2007 erwirbt Viktor Heer auch den Benteli Verlag mit den Schwerpunkten Kunst, Kulturgeschichte und Fotografie des 20. und 21. Jahrhunderts. Markus Bättig und Daniel Stierli übernehmen Ende 2009 im Rahmen der Neugründung der bsmediagroup die Verlage Niggli und Benteli, die Architekturzeitschrift archithese, die Heer Druck AG und einen regionalen Zeitungsverlag. Die bsmediagroup gehört damit zu den grössten Medienhäusern der Ostschweiz. Seit März 2012 liegt die Verlagsleitung bei Cornelia Mechler.

Wichtig ist Niggli als unabhängigem Schweizer Verlagshaus ein nachhaltiges Programm mit Themen, die «einen Nerv treffen», umgesetzt in qualitativ hochwertigen und zugleich ästhetisch überzeugenden Büchern. Sich dabei auf eine leistungsfähige und flexible Druckerei im Haus verlassen zu können, dazu die Möglichkeit, Fachleute aus Lithografie und Satz rasch zu Rate ziehen zu können, schätzen der Verlag, seine Autoren, Künstler und Fotografen als grossen Vorteil.

Spannende Themen in Zusammenarbeit mit hervor-ragenden Buchgestaltern umzusetzen, bewährt sich: In der Verlagsgeschichte sind viele Titel als «Schönste Schweizer Bücher» prämiert worden, darüber hinaus gab es zahlreiche internationale Auszeichnungen, unter anderem Silber und Gold bei der Prämierung der «Schönsten Bücher aus aller Welt».
In den letzten Jahren sorgten verschiedene Nominierungen, beispielsweise für den Deutschen Designpreis, Auszeichnungen beim iF design award, beim red dot design award, vom Type Directors Club New York oder der Deutsche Architekturbuchpreis 2009 und 2011 für Freude bei Verlag und Autoren.

 

 
 
 
 
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